Sie sind hier: Rechtliche Bestimmungen > Vorarlberger Sportgesetz
DeutschEnglishFrancais
24.3.2017 : 13:00 : +0100
Lech, Oberlech: Blick ins Zugertal

 

Skigebiet in Gargellen

Vorarlberger Sportgesetz

Die Bestimmungen dieses Gesetzes regeln insbesondere den Einsatz von Pistenwächtern in Skigebieten auf dem Gebiet des Bundeslandes Vorarlberg. Seilbahnunternehmen können dazu bei der örtlich zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde die Bestellung der von ihnen benannte Personen zu Pistenwächtern beantragen.

Hauptzweck dieser Funktion ist die Ermöglichung einer raschen Hilfestellung bei Unfällen in Skigebieten. Daneben üben diese Personen auch eine gewisse Kontroll- und Überwachungsfunktion aus: Sie sind ermächtigt, Wintersportlern, die durch ihr Verhalten andere Personen gefährden oder die in gesperrte Gebiete einfahren, die Benützung der Seilbahnanlagen zu untersagen. Weiters kontrollieren sie die Einhaltung behördlicher Bestimmungen.

Gesetzlich festgehalten wurde, dass die Pistenwächter nicht die Aufgabe haben, an der Aufklärung von Skiunfällen mitzuwirken oder allfällige Haftungsansprüche zu klären. Sie stellen daher keine "Pisten-Polizei" dar.

Oberste Pflicht des Pistenwächters ist die Hilfeleistung bei der Verletzung von Wintersportlern im Zusammenhang mit einem Unfall im Skigebiet. Weiters hat er dafür zu sorgen, dass dem Verletzten professionelle Hilfe geleistet wird (z.B. Alarmierung der Pistenrettung, des Rettungshubschraubers etc.). Ein verletzter Wintersportler kann allerdings - dies hält das Gesetz ausdrücklich ­fest - gegenüber dem Pistenwächter keinerlei Ansprüche aus einem Verstoß gegen diese Pflicht ableiten.

Insbesondere folgende Vergehen muss der Pistenwächter bei der Bezirksverwaltungsbehörde zur Anzeige bringen: Gefährdung, Behinderung, Belästigung anderer Wintersportler (auf Skipisten, Skirouten oder im daran angrenzenden Skigelände),  Behinderung der Präparierung oder Markierung, Benützung eines Pistengerätes ohne Mitführen der dafür notwendigen Bewilligung, Missachtung der Aufforderung des Pistenwächters, anzuhalten und sich auszuweisen, Weigerung der Aushändigung der Liftkarte an den Pistenwächter etc. 

Zur Sicherstellung der Erfüllung seiner Aufgaben ist der Pistenwächter weiters berechtigt, Wintersportler, die andere Personen in Gefahr bringen wenn er sie auf frischer Tat betritt, anzuhalten, abzumahnen und deren Identität festzustellen. Sollten sich diese Personen nicht ausweisen, so kann der Pistenwächter sie auffordern, sich gemeinsam mit ihm zur Bezirksverwaltungsbehörde oder zur Polizei zu begeben. Sollten solche Wintersportler trotz einer Abmahnung ihr gefährdende Verhalten nicht einstellen, kann ihnen die Benützung einzelner oder sämtlicher Seilbahnanlagen innerhalb des Dienstbereiches für maximal 24 Stunden untersagt werden.

Seit der Novelle des Gesetzes im Jahre 2008 können zu Gunsten von Seilbahnunternehmen auch diverse Maßnahmen auf fremden Grundstücken bewilligt werden. Das Gesetz sieht dazu vor, dass der jeweilige Gemeindevorstand das Befahren solcher Grundstücke zum Zweck der Präparierung, die Anbringung von Pistenmarkierungen und den Einsatz von Rettungsgeräten genehmigen kann.

Ebenso kann der Gemeindevorstand gegenüber dem Liegenschaftseigentümer diverse Verbote bzw. Aufträge zur Sicherung des Pistenbetriebs (wie zB das Verbot der Schaffung bzw. den Auftrag zur Beseitigung von Hindernissen, das Verbot der Düngung während der Wintersaison) erlassen.

Das Sportgesetz legt auch die Voraussetzungen fest, die zu erfüllen sind, damit Pisten mit Schneegeräten befahren werden dürfen. Dies ist grundsätzlich zu Rettungszwecken erlaubt, für andere Fahrten nur mit einer entsprechenden behördlichen Genehmigung.