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24.3.2017 : 13:00 : +0100
Skipiste im Winter

 

Pirchkogel

Tiroler Raumordnungsprogramm über den Schutz der Gletscher

Das Tiroler Raumordnungsprogramm über den Schutz der Gletscher aus dem Jahre 2006 legt Ausnahmebestimmungen zu dem grundsätzlichen Verbot der weiteren Erschließung der Gletscherskigebiete, wie es das Tiroler Naturschutzgesetz vorsieht, fest. Begründet wurde dies damit, dass dadurch die Strukturverbesserung der bestehenden Gletscherskigebiete sichergestellt werden soll. Die Errichtung weiterer Anlagen zur Strukturverbesserung muss daher tourismuswirtschaftlich notwendig sein und sie bedarf der naturschutzrechtlichen Bewilligung, die im Rahmen eines UVP-Verfahrens einzuholen ist.

Dieses Programm betrifft folgende Gletscherskigebiete: Kaunertaler Gletscher, Pitztaler Gletscher, Rettenbach- und Tiefenbachferner, Stubaier Gletscher, Hintertuxer Gletscher. Innerhalb der in der Verordnung planlich genau dargestellten Grenzen dieser bestehenden Gletscherskigebiete dürfen Seilbahnanlagen, Skigebiete, Beschneiungsanlagen und Loipen errichtet bzw. erweitert werden.

Voraussetzung für die Zulässigkeit dieser Maßnahmen ist das Vorliegen der in der Verordnung genau vorgeschriebenen Voraussetzungen, wie z.B. Stärkung der wirtschaftlichen Interesse der betroffenen Region, ausgewogene Entwicklung aller Landesteile, ski- und sicherheitstechnische Eignung der betroffenen Gebiete für die geplanten Maßnahmen, etc.

Im Gegenzug zur Schaffung der oben genannten Ausnahmetatbestände wurden in Tirol mehrere Ruhegebiete geschaffen. Innerhalb dieser Gebiete (Stubaier Alpen, Ötztaler Alpen, Zillertaler Hauptkamm) ist die Errichtung von Seilbahnanlagen zur Personenbeförderung generell untersagt und sind Geländeabtragungen oder Geländeaufschüttungen nur mit voriger naturschutzrechtlicher Genehmigung möglich.