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30.4.2017 : 10:52 : +0200

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Sperre von Pisten für Pistengeher ist möglich!

Das Phänomen der Tourengeher auf Pisten verstärkt sich laufend und löst zahlreiche Konflikte. aus

Meiner Ansicht nach ist das Aufsteigen auf Pisten nicht als "Tourengehen" zu bezeichnen, sondern als "Pistengehen", weil es nicht im freien Gelände erfolgt. Pistengeher bewegen sich auf präparierten Pisten, wo sie - für sich und andere - zahlreiche Gefahren verursachen, die von Tourengehern nicht ausgelöst werden: Sie gehen oft in größeren Gruppen, nebeneinander, queren die Pisten, bilden eine Kolonnen, behindern andere Pistennutzer. Durch das Aufsteigen während der Präparierung gefährden sie sich selbst, in der Nacht verursachen sie Beschädigungen der dann präparierten Pisten. Im Sinne einer klaren Unterscheidung sollte daher in dieser Diskussion nur noch den Begriff "Pistengeher" verwendet werden.

In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass aufsteigende Pistengeher keine "atypische Gefahr" darstellen. Sie bewegen sich zwar gegen die Abfahrtsrichtung, dies aber nur mit einer geringen Geschwindigkeit und sie sind nicht "gefährlicher", als ein stehender, hockender, liegender, etc. Sportler: Ein verantwortungsbewusster, auf Sicht fahrender Pistennutzer kann jeden Pistengeher leicht erkennen und ihm gut ausweichen. Die Bergbahnen sind daher - außer eventuell in einzelnen "Extremfällen" - nicht zur Sicherung der abfahrenden Pistennutzer vor den Pistengehern verpflichtet.

Für seine eigene Sicherheit ist (nur!) der Pistengeher selbst verantwortlich (siehe zB FIS-Regel Nr 7). Da der Pistengeher keine Liftkarte hat, kann er von den Bergbahnen auch nicht die Einhaltung der (vertraglichen) Schutz- und Sorgfaltspflichten einfordern. Bergbahnen sind nicht verpflichtet, das Aufsteigen von Pistengehern - untertags oder in der Nacht - zu verhindern.

Pistengehern ist es grundsätzlich erlaubt, geöffnete Pisten zum Aufstieg zu nutzen. Allerdings ist der Eigentümer oder Nutzungsberechtigte einer Piste ebenso berechtigt, anderen das Betreten dieser Fläche zu untersagen. Da Bergbahnen über das Recht zur Errichtung und zum Betrieb der Skipiste, verfügen, können sie auch gegenüber jedermann eine Sperre der Piste aussprechen! Dieses Recht besteht auch dann, wenn in einzelnen (Landes-) Gesetzen ein "Betretungsrecht" existieren sollte.

Falsch sind in diesem Zusammenhang auch Aussagen, wonach das Recht auf Pistentouren ersessen wäre: Die "massenhafte" Benutzung von Pisten durch Pistengeher - insbesondere in der Nacht - ist noch zu jung, um die Voraussetzung einer Ersitzung zu erfüllen. Außerdem gibt es keine "österreichweite Ersitzung" von Pistentouren. Sollte sich jemand auf eine Ersitzung berufen, dann müsste diese für die konkrete Aufstiegsspur, für jeden Berg, für jede Piste gesondert bewiesen werden.

Gerichtliche Entscheidungen, die eine Ersitzung für Pistentouren bestätigen würden, sind nicht bekannt!

23.11.2016 17:57 Alter: 158 Tage