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30.4.2017 : 10:52 : +0200

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Eigenverantwortung des Wintersportlers bestätigt!

Gericht bestätigt den Grundsatz der Eigenverantwortung von Wintersportlern, die nach Betriebsschluss abfahren (Unfall bei der Pisten-Präparierung).

Die klagende Snowboarderin ist nach Ende der Betriebszeiten mit einem längs der Piste (in der Falllinie) gespannten Seil einer Windenmaschine kollidiert. Sie klagte den Betreiber des Skigebietes mit dem Argument, dass dieser seiner Warnpflicht nicht nachgekommen sei. Ihrer Ansicht nach wären die am Rand einer ca. 30 Meter breiten Piste aufgestellten Hinweistafeln - mit denen auf die Pistenpräparierung aufmerksam gemacht wurde - nicht gut erkennbar gewesen, da die Wintersportler daran nicht direkt vorbeifahren mussten. Außerdem seien die gelben Drehleuchten nicht sehr auffällig gewesen, da zum Unfallszeitpunkt noch Tageslicht herrschte.

Alle drei Instanzen haben die Klage abgewiesen. Das Berufungsgericht ließ die Revison an den Obersten Gerichtshof zu, da es in letzter Zeit zu einer Häufung vergleichbarer Verfahren gekommen ist, und da es somit eine einheitliche oberstgerichtliche Rechtsprechung für notwendig erachtete. Der Oberste Gerichtshof bestätigte zunächst den Grundsatz, dass ein über die Piste gespanntes Stahlseil bei der Windenpräparierung auch nach Betriebsschluss eine atypische Gefahr für Wintersportler darstellt, die vom Betreiber des Skigebietes entsprechend abzusichern ist. Allerdings führt das Höchstgericht auch sehr deutlich aus, dass ein Sportler, der erst nach Pistenschluss abfährt, zu besonderer Vorsicht verpflichtet ist: Er muss nämlich nicht nur damit rechnen, dass zu diesem Zeitpunkt keine Absicherung von natürlichen Hindernissen veranlasst wird, sondern auch damit, dass dann Arbeiten auf der Piste erfolgen.

Im vorliegenden Fall wurde festgestellt, dass sich auf einer großen Tafel an der Talstation des Lifts Hinweise auf die Verletzungsgefahr durch Pistenarbeiten nach Betriebsschluss fanden, dass direkt unterhalb der von der Klägerin besuchten Ski-Hütte eine gelbe Tafel samt Fahrverbotszeichen mit dem Wort "gesperrt" und einem bildlichen und textlichen Hinweis auf die Seilwindenpräparierung aufgestellt war, und dass im Einmündungsbereich der ca. 30 Meter breiten Piste eine 120 x 120 cm große Warntafel mit dem Hinweis "Achtung Pistensperre! Lebensgefahr! Pistengerät mit Seilwinde im Einsatz!" samt eingeschalteter Warnleuchte angebracht war, die von der Hütte aus einer Entfernung von 100 Meter gut erkennbar war.

Daher sind alle drei Instanzen zu dem Schluss gelangt, dass die Absicherungsmaßnahmen des Pistenbetreibers ausreichend waren, um Wintersportler vor den Gefahren durch die Windenpräparierung zu warnen. Ein durchschnittlicher Pistenbenützer muss und kann auf die mehrfachen Hinweise durch Warntafeln (teils in übergroßer Dimensionierung samt Drehleuchte) entsprechend reagieren und hat den Verhältnissen angepasst abzufahren.

Dies hat die Klägerin unterlassen, daher hat sie die Folgen des Unfalls selbst zu vertreten.

30.01.2014 08:53 Alter: 3 Jahre